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Faszination Technik Klub

Faszination Technik Klub: Sommercamps für den technikbegeisterten Nachwuchs

In der ersten Woche der Hamburger Schulferien im Juli war die HAW Hamburg für die Schülerinnen und Schüler ein Ort zum Kennenlernen. Gemeinsam mit dem Faszination Technik Klub gab es fünf Tage lang Vorträge, Führungen und Mitmachprojekte in den Technikbereichen Fliegen und Energie. Einige Eindrücke aus den Camps.

30.08.2016

Es ist Montagmorgen, kurz vor 9 Uhr. In dem Seminarraum sitzen 16 Schüler und 11 Schülerinnen. Sie sind früh aufgestanden, wie jeden Montagmorgen. Mit einem Unterschied: Sie haben Sommerferien. Die Schülerinnen und Schüler sind zu Gast an der HAW Hamburg, sie sind technikinteressiert und sie sind freiwillig gekommen. Die 27 Jugendlichen nehmen ihre Begrüßungstaschen mit Informationsmaterial in Empfang. Jetzt sind sie perfekt gerüstet für das Programm der bevorstehenden Tage. Es stehen Besichtigungen bei Hamburger Firmen auf dem Programm, Laborversuche unter Anleitung von Professorinnen und Professoren der HAW und viele Informationen für ein zukünftiges Studium und die Berufswahl warten auf sie.

Bau eines Miniatur-Solarrennwagens

Dazu gehört für die Gruppe  „Erneuerbare Energien“ der Bau eines Solarrenners. Auf den Miniaturflitzer mit Elektromotor wird eine Solarzelle geschnallt. Die Kraft der Sonne soll ihn dann vorwärts bewegen. Ein richtiges Rennen kommt heute nicht zu Stande, die Sonne versteckt sich hinter Wolken und lässt sich nur kurz blicken, als ein Fernsehteam die Schülerinnen und Schüler bei ihren Fahrversuchen filmt. Danach geht es wieder in den Seminarraum, mit einem Versuchskoffer soll nun gemessen werden, wie sich die Intensität der Sonneneinstrahlung auf die Leistung der Solarmodule auswirkt. Die Stimmung ist konzentriert, eifrig werden Werte gemessen und notiert. Unmotivierter Nachwuchs ist hier Fehlanzeige.

Besuch bei AIRBUS

Drei Tage später, AIRBUS-Werk: Die Gruppe „Faszination Fliegen“ kommt etwas verspätet mit dem Linienbus vor dem Werkstor in Finkenwerden an. Ein überschwemmter U-Bahn-Tunnel hat sie aufgehalten. Mittlerweile sind sie eine richtige Gruppe geworden. Der Montagmorgen, an dem sie sich untereinander noch nicht kannten, scheint eine Ewigkeit zurückzuliegen. Besonders ist dabei, dass die Jugendlichen nicht nur aus Hamburg kommen. Auch aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bremen sind Schülerinnen und Schüler dabei, außerdem einige minderjährige Flüchtlinge aus internationalen Vorbereitungsklassen. Zur Bildung dieser Gruppe trägt unter anderem Khessrau Asefi (26) bei. Der Student am Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau an der HAW und Betreuer der Gruppe, ist schon ein alter Hase. Bereits zum dritten Mal ist er dabei und findet immer einen passenden, motivierenden Spruch für die Jugendlichen.

Bei AIRBUS führen zwei duale Flugzeugbau-Studenten die Gruppe durch das Werk. Beide studieren an der HAW Hamburg und absolvieren ihre Praxiseinheiten in Finkenwerder. Sie wissen genau, welche Fragen sich Studieninteressierte stellen könnten und haben die passenden Antworten. Zusätzlich ist an diesem Donnerstag ein Team vom NDR dabei. Von Aufregung unter den Jugendlichen ist nichts zu spüren: es ist bereits das dritte Kamerateam in dieser Woche, das über den Technik Klub berichten möchte. Besonders interessieren sich alle für die Schülerinnen. Lukasz Soltysiak von der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, weiß warum: „Weibliche Technikinteressierte sind nach wie vor nicht selbstverständlich. Eine Schülerin stimmt ihm zu: „Viele wollen Medizin studieren oder irgendetwas anderes. Aber für die Techniksachen interessieren sie sich seltener.“ Allerdings, so Soltysiak, konnte der Anteil in den Sommercamps schon deutlich gesteigert werden. „Noch vor einigen Jahren waren es höchstens ein bis zwei Mädchen. Diesmal sind es schon 11!“

Nach 2 Stunden in Fertigungshallen, an Fließbändern und Werkstätten geht es für die Gruppe dann am Nachmittag weiter zu Zuliefererfirmen, die sich rund um das AIRBUS Werk in Finkenwerder niedergelassen haben.  

Führung auf dem Energieberg Georgswerder

Für das Camp „Erneuerbare Energien“ ruft dafür heute der Berg, genauer: der Energieberg in Hamburg-Georgswerder. Früher war derselbe Berg eine skandalträchtige Mülldeponie, heute stehen hier drei Windräder und eine Photovoltaikanlage. In einem Besucherzentrum erfahren die Jugendlichen, wie es zu diesem Wandel kam. Danach steht der Aufstieg auf dem Programm. Nach unzähligen Treppenstufen belohnt der Ausblick über Hamburg die „Energiebergsteiger“. Kathrin Hülck von der Stadtreinigung Hamburg versorgt die Gruppe auf dem Rundweg über den Berg mit Daten und Fakten über erneuerbare Energien. Dabei beeindrucken die Schülerinnen und Schüler sie mit dem frisch erworbenen Wissen der letzten Tage: „Ihr wisst ja schon wirklich eine ganze Menge, nicht schlecht.“ Dass sie es hier mit wirklich Interessierten zu tun hat wird auch bei der Diskussion um Müll und Entsorgung im Schatten des größten Windrads deutlich. Es geht um Recycling und die Haltbarkeit der Folien, in die der Müllberg eingepackt ist. „Wie kann man denn wissen, dass diese Folien 100 Jahre halten?“ – Ob die Folie in Zukunft sicher ist? Die Zukunft des Techniknachwuchses hingegen ist es. Erst recht, wenn die Jugendlichen lernen, in Zusammenhängen zu denken. Und dazu haben die Sommercamps „Erneuerbare Energien“ und „Faszination Fliegen“ auch im Jahr 2016 wieder einen Beitrag geleistet. (Moritz Heitmann)

Mehr Bilder vom Sommercamp 2016 auf dem Instagram-Account des Schulcampus und Facebook-Account des Faszination Technik Klubs

Text: Moritz Heitmann
Redaktionsvolontär
Presse und Kommunikation
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg)

Veröffentlicht von: Lukasz Soltysiak

 
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